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WordPress Update rückgängig machen – So geht's sicher

·4 Min. Lesezeit

Ein WordPress-Update hat deine Website zerschossen? Keine Panik. Hier zeige ich dir, wie du Updates von WordPress Core, Plugins und Themes sicher rückgängig machst – mit und ohne Backup.

Wann solltest du ein Update rückgängig machen?

Typische Situationen:

  • White Screen of Death nach dem Update
  • Kritischer Fehler im Frontend oder Backend
  • Plugin-Inkompatibilität mit der neuen Version
  • Design-Probleme nach Theme-Update
  • Funktionen fehlen oder arbeiten anders

Wichtig: Bevor du ein Downgrade machst, prüfe ob das Problem wirklich am Update liegt. Manchmal helfen auch Cache leeren oder Plugins deaktivieren.


Methode 1: Backup wiederherstellen (beste Option)

Wenn du ein aktuelles Backup hast, ist das der sicherste Weg:

Mit Backup-Plugin (UpdraftPlus, BackWPup)

  1. Gehe zu Einstellungen → UpdraftPlus (oder dein Backup-Plugin)
  2. Wähle das Backup vor dem Update
  3. Klicke auf Wiederherstellen
  4. Wähle alle Komponenten (Datenbank, Plugins, Themes, Uploads)
  5. Bestätige und warte

Mit Hoster-Backup

Die meisten Hoster erstellen automatische Backups:

Plesk: Websites & Domains → Backup-Manager → Wiederherstellen cPanel: Backup Wizard → Restore All-Inkl: KAS → Backup → Punkt auswählen

Mit manuellem Backup

Wenn du ein manuelles Backup (ZIP + SQL) hast:

  1. Dateien wiederherstellen: ZIP entpacken und per FTP hochladen
  2. Datenbank wiederherstellen: SQL-Datei über phpMyAdmin importieren

→ Ausführliche Anleitung: WordPress aus Backup wiederherstellen


Methode 2: WordPress Core Downgrade

Mit WP Downgrade Plugin (einfach)

  1. Installiere das Plugin WP Downgrade | Specific Core Version
  2. Gehe zu Einstellungen → WP Downgrade
  3. Gib die gewünschte Version ein (z.B. 6.4.3)
  4. Aktiviere "Reinstall Core"
  5. Gehe zu Dashboard → Aktualisierungen
  6. Klicke auf "Erneut installieren"

Welche Version? Prüfe unter wordpress.org/download/releases/ welche Versionen verfügbar sind.

Manuell per FTP (fortgeschritten)

  1. Lade die gewünschte Version von wordpress.org herunter
  2. Entpacke das ZIP lokal
  3. Lösche nicht:wp-content/, wp-config.php, .htaccess
  4. Lade alle anderen Dateien per FTP hoch (überschreiben)
  5. Rufe deinedomain.de/wp-admin/upgrade.php auf

Achtung: Bei großen Versionssprüngen kann die Datenbank inkompatibel werden. Teste vorher auf einer Staging-Umgebung.


Methode 3: Plugin-Update rückgängig machen

Mit WP Rollback Plugin (empfohlen)

  1. Installiere WP Rollback
  2. Gehe zu Plugins → Installierte Plugins
  3. Unter dem betroffenen Plugin: Klicke auf Rollback
  4. Wähle die gewünschte Version
  5. Bestätige den Rollback

Das Plugin zeigt alle verfügbaren Versionen aus dem WordPress.org Repository.

Manuell per FTP

  1. Finde die alte Version auf wordpress.org/plugins/ → Plugin suchen → "Erweiterte Ansicht" → "Frühere Versionen"
  2. Lade die gewünschte Version herunter
  3. Lösche den Plugin-Ordner unter wp-content/plugins/
  4. Lade die alte Version per FTP hoch
  5. Aktiviere das Plugin im Backend

Bei Premium-Plugins

Premium-Plugins sind nicht im WordPress.org Repository. Optionen:

  • Entwickler-Website: Viele bieten ältere Versionen im Kundenbereich
  • Support kontaktieren: Bitte um die vorherige Version
  • Eigenes Backup: Hoffentlich hast du ein Backup des Plugin-Ordners

Methode 4: Theme-Update rückgängig machen

Mit WP Rollback (nur für .org Themes)

Funktioniert wie bei Plugins:

  1. Design → Themes
  2. Theme anklicken → Rollback
  3. Version wählen und bestätigen

Manuell per FTP

  1. Alte Theme-Version besorgen (wordpress.org oder Entwickler)
  2. Theme-Ordner unter wp-content/themes/ löschen
  3. Alte Version hochladen
  4. Im Backend aktivieren

Bei Child-Themes

Wenn du ein Child-Theme nutzt (gut!), muss nur das Parent-Theme zurückgesetzt werden. Deine Anpassungen im Child-Theme bleiben erhalten.


Was tun, wenn du kein Backup hast?

Schritt 1: Beruhigen

Die Website ist (meist) nicht verloren. Die Inhalte liegen in der Datenbank – die ist wahrscheinlich intakt.

Schritt 2: Fehlerquelle identifizieren

  1. Aktiviere Debug-Modus in wp-config.php:

    define('WP_DEBUG', true);
    define('WP_DEBUG_LOG', true);
  2. Prüfe die Datei wp-content/debug.log

  3. Der Fehler zeigt meist, welches Plugin/Theme das Problem verursacht

Schritt 3: Problematisches Element deaktivieren

Per FTP: Benenne den Plugin-/Theme-Ordner um:

wp-content/plugins/problemplugin → wp-content/plugins/problemplugin_OFF

WordPress deaktiviert das Plugin automatisch.

Schritt 4: Downgrade durchführen

Jetzt kannst du mit WP Rollback oder manuell die alte Version installieren.


Automatische Updates kontrollieren

Um zukünftige Probleme zu vermeiden:

Auto-Updates deaktivieren

In wp-config.php:

// Alle automatischen Updates deaktivieren
define('AUTOMATIC_UPDATER_DISABLED', true);

// Nur Core-Updates deaktivieren
define('WP_AUTO_UPDATE_CORE', false);

// Nur Minor-Updates erlauben (empfohlen)
define('WP_AUTO_UPDATE_CORE', 'minor');

Plugin-Auto-Updates steuern

Unter Plugins → Installierte Plugins kannst du für jedes Plugin einzeln festlegen, ob es automatisch aktualisiert werden soll.

Empfehlung: Deaktiviere Auto-Updates für kritische Plugins (WooCommerce, Page Builder, SEO-Plugins) und aktualisiere diese manuell nach einem Backup.


Sicher updaten: Best Practices

  1. Backup vor jedem Update – Immer. Ohne Ausnahme.
  2. Staging-Umgebung nutzen – Teste Updates auf einer Kopie
  3. Changelogs lesen – Was ändert sich? Breaking Changes?
  4. Nacheinander updaten – Nicht alles auf einmal
  5. Nach dem Update testen – Alle wichtigen Funktionen durchklicken

Mit einem WordPress Wartungsvertrag übernehmen wir das für dich. Updates werden auf einer Staging-Umgebung getestet, bevor sie live gehen.


Häufige Fragen

Kann ich auf eine sehr alte Version zurück?

Technisch ja, aber nicht empfohlen. Alte Versionen haben Sicherheitslücken. Gehe maximal 2-3 Minor-Versionen zurück und plane dann ein erneutes Update (nach Behebung des Problems).

Verliere ich Inhalte beim Downgrade?

Beim reinen Core-/Plugin-Downgrade: Nein. Die Inhalte liegen in der Datenbank. Nur bei einem Datenbank-Restore werden Inhalte auf den Backup-Stand zurückgesetzt.

Was, wenn meine Website nach dem Downgrade immer noch kaputt ist?

Dann lag das Problem nicht am Update. Prüfe:

  • Server-Fehler (Logs checken)
  • PHP-Version (zu alt?)
  • Datenbank-Probleme
  • Gehackte Website

WordPress reparieren: Der Notfall-Guide


Zusammenfassung

SituationBeste Methode
Backup vorhandenBackup wiederherstellen
Core-Update ProblemeWP Downgrade Plugin
Plugin-Update ProblemeWP Rollback Plugin
Theme-Update ProblemeWP Rollback oder FTP
Kein Backup, kein ZugangFTP + Plugin umbenennen

Das wichtigste Learning: Immer ein Backup machen, bevor du updatest. Dann ist ein Rollback in 5 Minuten erledigt.


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