WordPress Update rückgängig machen – So geht's sicher
Ein WordPress-Update hat deine Website zerschossen? Keine Panik. Hier zeige ich dir, wie du Updates von WordPress Core, Plugins und Themes sicher rückgängig machst – mit und ohne Backup.
Wann solltest du ein Update rückgängig machen?
Typische Situationen:
- White Screen of Death nach dem Update
- Kritischer Fehler im Frontend oder Backend
- Plugin-Inkompatibilität mit der neuen Version
- Design-Probleme nach Theme-Update
- Funktionen fehlen oder arbeiten anders
Wichtig: Bevor du ein Downgrade machst, prüfe ob das Problem wirklich am Update liegt. Manchmal helfen auch Cache leeren oder Plugins deaktivieren.
Methode 1: Backup wiederherstellen (beste Option)
Wenn du ein aktuelles Backup hast, ist das der sicherste Weg:
Mit Backup-Plugin (UpdraftPlus, BackWPup)
- Gehe zu Einstellungen → UpdraftPlus (oder dein Backup-Plugin)
- Wähle das Backup vor dem Update
- Klicke auf Wiederherstellen
- Wähle alle Komponenten (Datenbank, Plugins, Themes, Uploads)
- Bestätige und warte
Mit Hoster-Backup
Die meisten Hoster erstellen automatische Backups:
Plesk: Websites & Domains → Backup-Manager → Wiederherstellen cPanel: Backup Wizard → Restore All-Inkl: KAS → Backup → Punkt auswählen
Mit manuellem Backup
Wenn du ein manuelles Backup (ZIP + SQL) hast:
- Dateien wiederherstellen: ZIP entpacken und per FTP hochladen
- Datenbank wiederherstellen: SQL-Datei über phpMyAdmin importieren
→ Ausführliche Anleitung: WordPress aus Backup wiederherstellen
Methode 2: WordPress Core Downgrade
Mit WP Downgrade Plugin (einfach)
- Installiere das Plugin WP Downgrade | Specific Core Version
- Gehe zu Einstellungen → WP Downgrade
- Gib die gewünschte Version ein (z.B.
6.4.3) - Aktiviere "Reinstall Core"
- Gehe zu Dashboard → Aktualisierungen
- Klicke auf "Erneut installieren"
Welche Version? Prüfe unter wordpress.org/download/releases/ welche Versionen verfügbar sind.
Manuell per FTP (fortgeschritten)
- Lade die gewünschte Version von wordpress.org herunter
- Entpacke das ZIP lokal
- Lösche nicht:
wp-content/,wp-config.php,.htaccess - Lade alle anderen Dateien per FTP hoch (überschreiben)
- Rufe
deinedomain.de/wp-admin/upgrade.phpauf
Achtung: Bei großen Versionssprüngen kann die Datenbank inkompatibel werden. Teste vorher auf einer Staging-Umgebung.
Methode 3: Plugin-Update rückgängig machen
Mit WP Rollback Plugin (empfohlen)
- Installiere WP Rollback
- Gehe zu Plugins → Installierte Plugins
- Unter dem betroffenen Plugin: Klicke auf Rollback
- Wähle die gewünschte Version
- Bestätige den Rollback
Das Plugin zeigt alle verfügbaren Versionen aus dem WordPress.org Repository.
Manuell per FTP
- Finde die alte Version auf wordpress.org/plugins/ → Plugin suchen → "Erweiterte Ansicht" → "Frühere Versionen"
- Lade die gewünschte Version herunter
- Lösche den Plugin-Ordner unter
wp-content/plugins/ - Lade die alte Version per FTP hoch
- Aktiviere das Plugin im Backend
Bei Premium-Plugins
Premium-Plugins sind nicht im WordPress.org Repository. Optionen:
- Entwickler-Website: Viele bieten ältere Versionen im Kundenbereich
- Support kontaktieren: Bitte um die vorherige Version
- Eigenes Backup: Hoffentlich hast du ein Backup des Plugin-Ordners
Methode 4: Theme-Update rückgängig machen
Mit WP Rollback (nur für .org Themes)
Funktioniert wie bei Plugins:
- Design → Themes
- Theme anklicken → Rollback
- Version wählen und bestätigen
Manuell per FTP
- Alte Theme-Version besorgen (wordpress.org oder Entwickler)
- Theme-Ordner unter
wp-content/themes/löschen - Alte Version hochladen
- Im Backend aktivieren
Bei Child-Themes
Wenn du ein Child-Theme nutzt (gut!), muss nur das Parent-Theme zurückgesetzt werden. Deine Anpassungen im Child-Theme bleiben erhalten.
Was tun, wenn du kein Backup hast?
Schritt 1: Beruhigen
Die Website ist (meist) nicht verloren. Die Inhalte liegen in der Datenbank – die ist wahrscheinlich intakt.
Schritt 2: Fehlerquelle identifizieren
Aktiviere Debug-Modus in
wp-config.php:define('WP_DEBUG', true); define('WP_DEBUG_LOG', true);Prüfe die Datei
wp-content/debug.logDer Fehler zeigt meist, welches Plugin/Theme das Problem verursacht
Schritt 3: Problematisches Element deaktivieren
Per FTP: Benenne den Plugin-/Theme-Ordner um:
wp-content/plugins/problemplugin → wp-content/plugins/problemplugin_OFFWordPress deaktiviert das Plugin automatisch.
Schritt 4: Downgrade durchführen
Jetzt kannst du mit WP Rollback oder manuell die alte Version installieren.
Automatische Updates kontrollieren
Um zukünftige Probleme zu vermeiden:
Auto-Updates deaktivieren
In wp-config.php:
// Alle automatischen Updates deaktivieren
define('AUTOMATIC_UPDATER_DISABLED', true);
// Nur Core-Updates deaktivieren
define('WP_AUTO_UPDATE_CORE', false);
// Nur Minor-Updates erlauben (empfohlen)
define('WP_AUTO_UPDATE_CORE', 'minor');Plugin-Auto-Updates steuern
Unter Plugins → Installierte Plugins kannst du für jedes Plugin einzeln festlegen, ob es automatisch aktualisiert werden soll.
Empfehlung: Deaktiviere Auto-Updates für kritische Plugins (WooCommerce, Page Builder, SEO-Plugins) und aktualisiere diese manuell nach einem Backup.
Sicher updaten: Best Practices
- Backup vor jedem Update – Immer. Ohne Ausnahme.
- Staging-Umgebung nutzen – Teste Updates auf einer Kopie
- Changelogs lesen – Was ändert sich? Breaking Changes?
- Nacheinander updaten – Nicht alles auf einmal
- Nach dem Update testen – Alle wichtigen Funktionen durchklicken
Mit einem WordPress Wartungsvertrag übernehmen wir das für dich. Updates werden auf einer Staging-Umgebung getestet, bevor sie live gehen.
Häufige Fragen
Kann ich auf eine sehr alte Version zurück?
Technisch ja, aber nicht empfohlen. Alte Versionen haben Sicherheitslücken. Gehe maximal 2-3 Minor-Versionen zurück und plane dann ein erneutes Update (nach Behebung des Problems).
Verliere ich Inhalte beim Downgrade?
Beim reinen Core-/Plugin-Downgrade: Nein. Die Inhalte liegen in der Datenbank. Nur bei einem Datenbank-Restore werden Inhalte auf den Backup-Stand zurückgesetzt.
Was, wenn meine Website nach dem Downgrade immer noch kaputt ist?
Dann lag das Problem nicht am Update. Prüfe:
- Server-Fehler (Logs checken)
- PHP-Version (zu alt?)
- Datenbank-Probleme
- Gehackte Website
→ WordPress reparieren: Der Notfall-Guide
Zusammenfassung
| Situation | Beste Methode |
|---|---|
| Backup vorhanden | Backup wiederherstellen |
| Core-Update Probleme | WP Downgrade Plugin |
| Plugin-Update Probleme | WP Rollback Plugin |
| Theme-Update Probleme | WP Rollback oder FTP |
| Kein Backup, kein Zugang | FTP + Plugin umbenennen |
Das wichtigste Learning: Immer ein Backup machen, bevor du updatest. Dann ist ein Rollback in 5 Minuten erledigt.