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WordPress Update Reihenfolge: So machst du es richtig

WordPress-Updates in der falschen Reihenfolge können deine Website zerschießen. Dieser Leitfaden zeigt die richtige Reihenfolge für sichere Updates – und was du dabei beachten musst.

Die richtige Update-Reihenfolge

Kurzfassung

1. Backup erstellen (komplett!)
2. WordPress Core aktualisieren
3. Plugins aktualisieren (einzeln)
4. Theme aktualisieren
5. Testen

Warum diese Reihenfolge?

WordPress Core zuerst:

  • Plugins sind für bestimmte WordPress-Versionen entwickelt
  • Ein Plugin-Update vor dem Core kann zu Inkompatibilitäten führen
  • Der Core bildet die Basis – erst die Basis aktualisieren

Plugins einzeln:

  • Wenn nach einem Update etwas nicht funktioniert, weißt du welches Plugin schuld ist
  • Massenhafte Updates erschweren die Fehlersuche

Theme zuletzt:

  • Themes sind oft von Core und Plugins abhängig
  • Manche Themes haben eigene Plugin-Abhängigkeiten

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Backup erstellen

Vor jedem Update-Durchgang ein vollständiges Backup!

Was gesichert werden muss:

  • Datenbank (wp_posts, wp_options, alle Tabellen)
  • wp-content/uploads (alle Medien)
  • wp-content/plugins
  • wp-content/themes
  • wp-config.php

Backup-Methoden:

MethodeEmpfehlung
Hosting-BackupGut, aber prüfen ob vollständig
Plugin (UpdraftPlus)Zuverlässig, extern speichern
Manuell (FTP + phpMyAdmin)Für Profis, zeitaufwändig

Wichtig: Backup extern speichern (nicht auf demselben Server)!

Schritt 2: WordPress Core aktualisieren

  1. Dashboard → Aktualisierungen
  2. Auf "Jetzt aktualisieren" klicken (nur für Core)
  3. Warten bis die Meldung "WordPress wurde aktualisiert" erscheint
  4. Kurzer Test: Frontend laden, Admin funktioniert?

Bei Major Updates (z.B. 6.4 → 6.5):

  • 1-2 Wochen warten (erste Bugs werden gefixt)
  • Vorher Kompatibilität der wichtigsten Plugins prüfen
  • Erst auf Staging testen

Schritt 3: Plugins aktualisieren

Richtige Vorgehensweise:

  1. Kritische Plugins zuerst:

    • Sicherheits-Plugins (Wordfence, Sucuri)
    • Backup-Plugins
    • Cache-Plugins
  2. Dann restliche Plugins:

    • Einzeln aktualisieren
    • Nach jedem Update kurz testen
    • Bei Problemen: Stoppen, Fehler suchen

Welche Plugins NICHT automatisch aktualisieren:

  • Page Builder (Elementor, Divi, WPBakery)
  • WooCommerce
  • Membership-Plugins
  • Formular-Plugins mit Daten

Schritt 4: Theme aktualisieren

  1. Prüfen ob Child-Theme vorhanden
  2. Theme aktualisieren
  3. Frontend komplett testen:
    • Startseite
    • Wichtige Unterseiten
    • Mobile Ansicht
    • Menü und Footer

Bei Custom Themes:

  • Eigene Anpassungen gehen bei Update verloren!
  • Immer Child-Theme verwenden
  • Oder: Anpassungen dokumentieren und nach Update wiederherstellen

Schritt 5: Testen

Checkliste nach Updates:

  • [ ] Startseite lädt korrekt
  • [ ] Menü funktioniert
  • [ ] Wichtige Unterseiten erreichbar
  • [ ] Kontaktformular funktioniert
  • [ ] Mobile Ansicht okay
  • [ ] Admin-Bereich funktioniert
  • [ ] Keine PHP-Fehler sichtbar

Bei WooCommerce zusätzlich:

  • [ ] Produktseiten laden
  • [ ] Warenkorb funktioniert
  • [ ] Checkout erreichbar
  • [ ] Zahlungsarten werden angezeigt

Sonderfälle

Major WordPress Updates (z.B. 6.4 → 6.5)

Bei großen Version-Sprüngen:

  1. Warten – Mindestens 1-2 Wochen nach Release
  2. Informieren – Changelog lesen, bekannte Probleme prüfen
  3. Plugin-Kompatibilität – Sind alle wichtigen Plugins kompatibel?
  4. Staging – Erst auf Testumgebung aktualisieren
  5. Live – Dann erst die Live-Website

WooCommerce Updates

WooCommerce-Updates sind kritischer:

  1. Backup (extra betonen!)
  2. Staging zuerst – Nie direkt auf dem Live-Shop
  3. WooCommerce Core zuerst
  4. WooCommerce-Extensions danach
  5. Testbestellung – Kompletten Checkout durchspielen

Viele Plugins gleichzeitig

Wenn 10+ Plugins Updates brauchen:

Option 1: Einzeln (sicher, aber zeitaufwändig)

  • Jedes Plugin einzeln aktualisieren und testen

Option 2: Gruppiert (schneller, etwas riskanter)

  • Unkritische Plugins (SEO, Social, Analytics) zusammen
  • Kritische Plugins (WooCommerce, Page Builder) einzeln

Option 3: Alles auf einmal (nur bei gutem Backup)

  • Alle aktualisieren
  • Ausgiebig testen
  • Bei Problemen: Backup zurückspielen

Häufige Fehler vermeiden

Fehler 1: Kein Backup vor dem Update

Problem: Update geht schief, Website kaputt, kein Backup.

Lösung: Immer Backup vor Updates. Immer. Ausnahmslos.

Fehler 2: Alle Updates auf einmal

Problem: Nach Update funktioniert etwas nicht. Was war's?

Lösung: Plugins einzeln aktualisieren, nach jedem Test.

Fehler 3: Major Update am ersten Tag

Problem: Neues WordPress 6.5 ist da, sofort installiert, Website kaputt.

Lösung: Bei Major Updates 1-2 Wochen warten.

Fehler 4: Update während Stoßzeit

Problem: Update um 12 Uhr mittags, Website kurz offline, Kunden verloren.

Lösung: Updates morgens früh oder abends spät durchführen.

Fehler 5: Theme-Update bei Custom Theme

Problem: Theme aktualisiert, alle Anpassungen weg.

Lösung: Child-Theme verwenden oder Anpassungen dokumentieren.


Automatische Updates: Ja oder nein?

Was WordPress automatisch aktualisiert

Standardmäßig aktiv:

  • Minor Updates (6.5.1 → 6.5.2)
  • Sicherheits-Updates
  • Übersetzungen

Nicht aktiv:

  • Major Updates (6.4 → 6.5)
  • Plugin-Updates
  • Theme-Updates

Sollte ich automatische Updates aktivieren?

Update-TypEmpfehlung
Minor Core UpdatesJa, lassen
Major Core UpdatesNein, manuell
Plugin-UpdatesNein, manuell
Theme-UpdatesNein, manuell

Begründung: Automatische Plugin-Updates können die Website zerschießen – ohne dass du es merkst. Bis ein Kunde anruft.

Ausnahme: Sicherheits-Updates

Für Sicherheits-Plugins (Wordfence, Sucuri) kann man automatische Updates aktivieren – Sicherheitslücken müssen schnell geschlossen werden.


Update-Probleme beheben

Website zeigt White Screen nach Update

  1. Cache leeren (auch Server-Cache)
  2. Plugin deaktivieren (per FTP: Ordner umbenennen)
  3. Theme wechseln (per FTP: Theme-Ordner umbenennen)
  4. PHP-Fehler anzeigen (wp-config.php: WP_DEBUG = true)
  5. Backup wiederherstellen wenn nichts hilft

Plugin lässt sich nicht aktualisieren

  1. Prüfen ob genug Speicher (PHP Memory Limit)
  2. Prüfen ob genug Platz auf dem Server
  3. Manuelles Update per FTP:
    • Plugin per FTP löschen
    • Neue Version hochladen
    • Im Backend aktivieren

Nach Update fehlen Styles/Bilder

  1. Cache leeren – Browser und WordPress
  2. CDN purgen – Wenn CDN verwendet wird
  3. Theme-Customizer prüfen – Manchmal werden Einstellungen zurückgesetzt

Mehr Tipps: WordPress reparieren


Tools für sichere Updates

Backup-Plugins

  • UpdraftPlus – Kostenlos, zuverlässig
  • BlogVault – Inkrementelle Backups
  • WP Vivid – Gut und günstig

Staging-Plugins

  • WP Staging – Kostenlose Staging-Umgebung
  • Duplicator – Staging + Migration

Update-Management

  • Easy Updates Manager – Kontrolliert, welche Updates automatisch laufen
  • ManageWP – Mehrere Websites zentral aktualisieren

Zusammenfassung

Die richtige WordPress Update Reihenfolge:

  1. Backup erstellen – Komplett, extern speichern
  2. WordPress Core – Erst die Basis aktualisieren
  3. Plugins – Einzeln, kritische zuerst
  4. Theme – Zuletzt, dann ausgiebig testen
  5. Testen – Frontend, Admin, Formulare, Shop

Goldene Regeln:

  • Backup vor jedem Update
  • Major Updates nicht am ersten Tag
  • Plugins einzeln aktualisieren
  • Immer testen nach Updates
  • Bei WooCommerce: Erst Staging, dann Live

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