WordPress aus Backup wiederherstellen – Komplette Anleitung
Deine WordPress-Website ist kaputt und du hast ein Backup? Hier zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du WordPress aus verschiedenen Backup-Typen wiederherstellst – mit Plugin, per FTP oder manuell.
Welches Backup hast du?
Bevor wir starten: Prüfe, welche Art von Backup du hast:
| Backup-Typ | Inhalt | Wiederherstellung |
|---|---|---|
| Komplettes Backup (Plugin) | Dateien + Datenbank | Über Plugin oder manuell |
| Hoster-Backup | Komplette Website | Über Hosting-Panel |
| Manuelles Backup | ZIP + SQL-Datei | Per FTP + phpMyAdmin |
| Nur Datenbank | SQL-Datei | Über phpMyAdmin |
| Nur Dateien | ZIP/TAR Archiv | Per FTP |
Je nach Typ unterscheidet sich das Vorgehen. Ich erkläre alle Varianten.
Methode 1: Mit Backup-Plugin wiederherstellen
Die einfachste Methode – wenn das Plugin noch funktioniert.
UpdraftPlus
- Gehe zu Einstellungen → UpdraftPlus Sicherungen
- Scrolle zu "Existierende Sicherungen"
- Klicke bei der gewünschten Sicherung auf Wiederherstellen
- Wähle die Komponenten:
- ✅ Plugins
- ✅ Themes
- ✅ Uploads
- ✅ Andere (wp-content)
- ✅ Datenbank
- Klicke auf Weiter → Wiederherstellen
- Warte bis "Restore successful" erscheint
Wenn das Backend nicht erreichbar ist:
- Lade UpdraftPlus per FTP neu hoch
- Oder nutze die manuelle Methode (siehe unten)
BackWPup
BackWPup erstellt nur Backups, hat aber keine eingebaute Restore-Funktion. Du musst manuell wiederherstellen (Methode 3).
Duplicator
- Lade das Backup-Archiv und die
installer.phpauf den Server - Rufe
deinedomain.de/installer.phpauf - Folge dem Assistenten
- Lösche
installer.phpnach Abschluss
Methode 2: Hoster-Backup wiederherstellen
Die meisten Hoster erstellen automatische Backups. So findest du sie:
Plesk
- Websites & Domains → deine Domain
- Backup-Manager
- Wähle ein Backup-Datum
- Klicke auf Wiederherstellen
- Wähle "Vollständige Wiederherstellung" oder nur bestimmte Komponenten
cPanel
- Dateien → Backup Wizard
- Wähle Restore
- Wähle Backup-Typ (Home Directory, MySQL, etc.)
- Lade die Backup-Datei hoch oder wähle ein Server-Backup
All-Inkl (KAS)
- Logge dich ins KAS ein
- Backup-Verwaltung
- Wähle den gewünschten Zeitpunkt
- Klicke auf Wiederherstellen
IONOS / 1&1
- Hosting → Backups
- Backup auswählen
- Wiederherstellen klicken
Tipp: Hoster-Backups sind oft nur 7-14 Tage verfügbar. Bei älteren Problemen brauchst du ein eigenes Backup.
Methode 3: Manuell per FTP + phpMyAdmin
Wenn Plugins nicht funktionieren oder du nur manuelle Backups hast.
Was du brauchst:
- FTP-Zugang (FileZilla, Cyberduck, etc.)
- phpMyAdmin-Zugang (über Hosting-Panel)
- Dein Backup (ZIP-Datei mit Dateien + SQL-Datei mit Datenbank)
Schritt 1: Dateien wiederherstellen
- Verbinde dich per FTP mit deinem Server
- Navigiere zum WordPress-Verzeichnis (meist
/httpdocs/oder/public_html/) - Optional: Benenne den aktuellen Ordner um (z.B.
wordpress_alt) - Entpacke dein Backup-ZIP lokal
- Lade alle Dateien per FTP hoch
Wichtig: Die Ordnerstruktur muss stimmen. wp-config.php muss im Hauptverzeichnis liegen.
Schritt 2: wp-config.php prüfen
Öffne wp-config.php und prüfe die Datenbank-Zugangsdaten:
define('DB_NAME', 'datenbank_name');
define('DB_USER', 'datenbank_benutzer');
define('DB_PASSWORD', 'datenbank_passwort');
define('DB_HOST', 'localhost');Diese Daten müssen zu deinem aktuellen Hosting passen – nicht zu dem, von wo das Backup stammt!
Schritt 3: Datenbank wiederherstellen
- Öffne phpMyAdmin (über dein Hosting-Panel)
- Wähle deine WordPress-Datenbank in der linken Spalte
- Optional: Wenn vorhanden, lösche alle Tabellen:
- Klicke auf "Alle auswählen"
- Wähle "Löschen" (Drop)
- Klicke auf Importieren
- Wähle deine SQL-Backup-Datei
- Klicke auf OK
Bei großen Datenbanken: phpMyAdmin hat oft ein Upload-Limit (meist 50 MB). Alternativen:
- SQL-Datei aufteilen mit BigDump
- Import über SSH:
mysql -u user -p database < backup.sql - Hoster-Support bitten
Schritt 4: Permalinks neu speichern
Nach der Wiederherstellung:
- Gehe zu Einstellungen → Permalinks
- Klicke auf Änderungen speichern (ohne etwas zu ändern)
Das regeneriert die .htaccess-Datei und behebt 404-Fehler.
Methode 4: Nur Datenbank wiederherstellen
Wenn nur die Datenbank korrupt ist, aber die Dateien okay sind:
- Öffne phpMyAdmin
- Wähle deine Datenbank
- Klicke auf Importieren
- Wähle die SQL-Backup-Datei
- Bestätige mit OK
Achtung: Bestehende Tabellen werden überschrieben. Wenn du Tabellen behalten willst, lösche sie vorher nicht.
Nach der Wiederherstellung
Checkliste:
- [ ] Frontend prüfen – Lädt die Startseite?
- [ ] Backend prüfen – Kannst du dich einloggen?
- [ ] Permalinks speichern – Einstellungen → Permalinks → Speichern
- [ ] Plugins prüfen – Alle aktiviert und funktionsfähig?
- [ ] Bilder prüfen – Werden Medien korrekt angezeigt?
- [ ] Formulare testen – Kontaktformular senden
- [ ] Cache leeren – Falls Caching-Plugin aktiv
- [ ] Suchindex prüfen – Bei Suchplugins neu indexieren
Typische Probleme nach der Wiederherstellung
Problem: Bilder werden nicht angezeigt
Ursache: Upload-Pfad stimmt nicht Lösung: Prüfe in Einstellungen → Medien den Upload-Pfad. Oder prüfe in der Datenbank die Option upload_path.
Problem: Links führen zu 404
Ursache:.htaccess fehlt oder ist falsch Lösung: Permalinks neu speichern (siehe oben)
Problem: "Error establishing database connection"
Ursache: Falsche Datenbank-Zugangsdaten Lösung: Prüfe wp-config.php – DB_NAME, DB_USER, DB_PASSWORD, DB_HOST
Problem: Website lädt, aber ohne Styles
Ursache: URL-Pfade stimmen nicht (nach Domainwechsel) Lösung: Ersetze die alte URL in der Datenbank:
UPDATE wp_options SET option_value = 'https://neue-domain.de' WHERE option_name = 'siteurl';
UPDATE wp_options SET option_value = 'https://neue-domain.de' WHERE option_name = 'home';Backup nicht vorhanden? Optionen
Wenn du kein eigenes Backup hast:
- Hoster fragen – Viele haben Server-Backups, auch wenn nicht im Panel sichtbar
- Wayback Machine – archive.org hat manchmal Snapshots
- Google Cache – Für Textinhalte:
cache:deinedomain.de - Lokale Kopien – Browser-Cache, E-Mail-Backups, etc.
- Profi beauftragen – Datenrettung ist möglich, aber aufwändig
Backups richtig machen (für die Zukunft)
Nach dieser Erfahrung: Richte ein solides Backup-System ein.
Empfohlenes Setup:
| Was | Wie oft | Wo speichern |
|---|---|---|
| Komplettes Backup | Täglich | Externer Cloud-Speicher |
| Datenbank-Backup | Stündlich (bei Shops) | Server + Cloud |
| Dateien-Backup | Wöchentlich | Cloud-Speicher |
Empfohlene Plugins:
- UpdraftPlus – Kostenlos, zuverlässig, Cloud-Anbindung
- BackWPup – Gut für Dropbox/S3
- BlogVault – Premium, mit Staging und Malware-Scan
Die 3-2-1-Regel:
- 3 Kopien deiner Daten
- 2 verschiedene Speichermedien
- 1 Kopie extern (Cloud, anderer Server)
Mit einem WordPress Wartungsvertrag kümmern wir uns um automatische Backups. Tägliche Sicherungen, extern gespeichert, jederzeit wiederherstellbar.
Zusammenfassung
- Mit Plugin: Am einfachsten, wenn Backend erreichbar
- Über Hoster: Schnell, aber zeitlich begrenzt
- Manuell: Flexibel, erfordert FTP + phpMyAdmin
- Nach Restore: Permalinks speichern, alles testen
Das wichtigste: Teste deine Backups regelmäßig. Ein Backup, das sich nicht wiederherstellen lässt, ist wertlos.