3 Gründe, warum du jetzt deine Cookies prüfen musst
Nach dem BGH-Urteil vom 28. Mai 2020 ist klar: Cookies erfordern eine aktive Einwilligung. Vorausgewählte Checkboxen reichen nicht. Hast du deine Website schon geprüft?
Das BGH-Urteil kurz erklärt
Der Bundesgerichtshof hat entschieden:
- Cookies dürfen erst nach aktiver Einwilligung gesetzt werden
- Vorangekreuzte Checkboxen sind nicht ausreichend
- Der Nutzer muss eine echte Wahlmöglichkeit haben
Das Urteil basiert auf einem Fall aus 2013, aber die Auswirkungen sind aktueller denn je.
3 Gründe, jetzt zu handeln
1. Finanzielles Risiko
Abmahnungen kosten typischerweise:
- 1.000 – 2.500 € pro Abmahnung
- Anwaltskosten kommen dazu
- Bei mehrfachen Verstößen summiert sich das
Theoretisch sind DSGVO-Bußgelder bis 20 Millionen Euro möglich – praktisch sind Abmahnungen das größere Risiko.
2. Vertrauensverlust
Nutzer werden sensibler für Datenschutz. Eine Website ohne ordentlichen Cookie-Consent wirkt:
- Unprofessionell
- Nicht vertrauenswürdig
- Veraltet
3. Es ist einfach zu lösen
Mit den richtigen Tools ist Cookie-Compliance kein Hexenwerk – und die Investition ist überschaubar.
Welche Cookies brauchen Einwilligung?
Keine Einwilligung nötig
- Session-Cookies (Login, Warenkorb)
- Technisch notwendige Cookies
- Einstellungs-Cookies (Sprache, Dark Mode)
Einwilligung erforderlich
- Tracking-Cookies (Google Analytics)
- Marketing-Cookies (Facebook Pixel)
- Personalisierungs-Cookies
- Third-Party-Cookies
Die Lösung: Cookie-Consent-Tools
Bewährte Lösungen:
| Tool | Kosten | Besonderheit |
|---|---|---|
| Borlabs Cookie | ~39 €/Jahr | WordPress-Plugin |
| Cookiebot | ab 9 €/Monat | Automatischer Scan |
| Usercentrics | ab 8 €/Monat | Enterprise-tauglich |
| Complianz | ab 45 €/Jahr | WordPress + DSGVO-Wizard |
Was ein gutes Tool können muss
- Opt-in vor dem Setzen: Cookies erst nach Zustimmung
- Kategorien: Nutzer können wählen (notwendig, Statistik, Marketing)
- Dokumentation: Einwilligungen werden gespeichert
- Ablehnung möglich: "Alle ablehnen" muss gleichwertig sein
Schnell-Check: Ist deine Website betroffen?
Prüfe jetzt:
- Browser öffnen (Chrome oder Firefox)
- Developer Tools öffnen (F12)
- Reiter Application → Cookies
- Website aufrufen bevor du dem Banner zustimmst
Siehst du Cookies außer Session-Cookies? Dann brauchst du Handlung.
Was du tun solltest
Sofort
- Website auf Cookies prüfen
- Prüfen, welche Cookies wirklich nötig sind
- Unnötige Tracking-Skripte entfernen
Diese Woche
- Cookie-Consent-Tool auswählen
- Tool installieren und konfigurieren
- Datenschutzerklärung aktualisieren
Langfristig
- Neue Tools/Plugins auf Cookies prüfen
- Regelmäßige Audits durchführen
- Dokumentation aktuell halten
Fazit
Cookie-Compliance ist keine Kür, sondern Pflicht. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Tools ist das Thema in wenigen Stunden erledigt. Die schlechte Nachricht: Wer jetzt nicht handelt, riskiert Abmahnungen.
Weiterführende Artikel:
- Privacy Shield gekippt: Was das für US-Dienste bedeutet – Datentransfer in die USA neu gedacht
- DSGVO-konformes Webhosting – Hosting auf deutschen Servern
Du bist unsicher, ob deine Website compliant ist? Schreib mir – ich prüfe das kostenlos für dich.