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WordPress White Screen of Death beheben: Der Notfall-Guide

Deine WordPress-Website zeigt nur eine weiße Seite – kein Inhalt, keine Fehlermeldung, nichts. Das ist der berüchtigte White Screen of Death (WSOD). Keine Panik: In den meisten Fällen lässt sich das Problem lösen.

Was ist der WordPress White Screen of Death?

Der WSOD ist ein kritischer Fehler, bei dem WordPress nicht mehr in der Lage ist, die Seite zu rendern. Statt einer Fehlermeldung siehst du nur weiß. Das passiert, weil PHP bei einem fatalen Fehler abbricht, bevor es Inhalt ausgeben kann.

Typische Symptome:

  • Komplett weiße Seite (Frontend und/oder Backend)
  • Manchmal nur das Frontend betroffen
  • Manchmal nur das Backend (/wp-admin)
  • Gelegentlich mit "Critical Error" Meldung

Die häufigsten Ursachen

UrsacheHäufigkeitSchwierigkeit
Plugin-KonfliktSehr häufigEinfach
Theme-ProblemHäufigEinfach
PHP-SpeicherlimitHäufigMittel
Fehlerhafte .htaccessManchmalEinfach
DatenbankproblemSeltenFortgeschritten
PHP-Version inkompatibelManchmalMittel
Gehackte WebsiteSeltenProfessionell

Schritt 1: WordPress Debug-Modus aktivieren

Bevor du irgendetwas änderst, aktiviere den Debug-Modus. So siehst du, was genau schiefläuft.

Per FTP/SFTP:

  1. Verbinde dich mit deinem Server
  2. Öffne die Datei wp-config.php im WordPress-Hauptverzeichnis
  3. Suche die Zeile define( 'WP_DEBUG', false );
  4. Ändere sie zu:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', true );
  1. Speichern und Seite neu laden

Jetzt solltest du statt der weißen Seite eine Fehlermeldung sehen. Diese verrät dir die Ursache.

Wichtig: Debug-Modus nach der Problemlösung wieder deaktivieren!

Schritt 2: Plugins deaktivieren

In 80% der Fälle ist ein Plugin schuld. So findest du den Übeltäter:

Methode A: Per FTP (wenn Backend nicht erreichbar)

  1. Navigiere zu /wp-content/plugins/
  2. Benenne den Ordner um in plugins_deaktiviert
  3. Lade die Seite neu

Funktioniert die Seite wieder? Dann war ein Plugin schuld.

Plugin-Suche:

  1. Benenne den Ordner zurück zu plugins
  2. Gehe in jeden Plugin-Ordner und benenne ihn um (z.B. contact-form-7_contact-form-7)
  3. Teste nach jedem Umbenennen
  4. Das zuletzt umbenannte Plugin vor dem erneuten Fehler ist der Übeltäter

Methode B: Per WP-Admin (wenn Backend erreichbar)

  1. Gehe zu Plugins → Installierte Plugins
  2. Wähle alle Plugins aus
  3. Aktion: Deaktivieren
  4. Teste das Frontend
  5. Aktiviere Plugins einzeln wieder, bis der Fehler auftritt

Schritt 3: Theme wechseln

Wenn Plugins nicht das Problem sind, liegt es vielleicht am Theme.

Per FTP:

  1. Navigiere zu /wp-content/themes/
  2. Benenne deinen Theme-Ordner um (z.B. mein-theme_mein-theme)
  3. WordPress fällt automatisch auf ein Standard-Theme zurück

Keine Standard-Themes installiert? Lade Twenty Twenty-Four herunter und entpacke es in den themes-Ordner.

Schritt 4: PHP-Speicherlimit erhöhen

WordPress braucht ausreichend Arbeitsspeicher. Ist das Limit zu niedrig, kommt es zum WSOD.

In wp-config.php:

define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );

Füge diese Zeile vor /* That's all, stop editing! */ ein.

Alternativ in .htaccess:

php_value memory_limit 256M

Oder in php.ini:

memory_limit = 256M

Nicht alle Hoster erlauben diese Änderungen. Im Zweifel den Support kontaktieren.

Schritt 5: .htaccess zurücksetzen

Eine fehlerhafte .htaccess kann WordPress komplett lahmlegen.

  1. Verbinde per FTP
  2. Finde die .htaccess im WordPress-Hauptverzeichnis
  3. Benenne sie um in .htaccess_backup
  4. Teste die Seite

Funktioniert es? Erstelle eine neue .htaccess mit diesem Standardinhalt:

# BEGIN WordPress
<IfModule mod_rewrite.c>
RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule ^index\.php$ - [L]
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-f
RewriteCond %{REQUEST_FILENAME} !-d
RewriteRule . /index.php [L]
</IfModule>
# END WordPress

Oder gehe zu Einstellungen → Permalinks und klicke "Speichern" – WordPress generiert automatisch eine neue .htaccess.

Schritt 6: PHP-Version prüfen

Manche Plugins und Themes sind nicht mit neueren (oder älteren) PHP-Versionen kompatibel.

Empfohlen: PHP 8.1 oder 8.2

So änderst du die PHP-Version:

  • Bei Plesk: Websites & Domains → PHP-Einstellungen
  • Bei cPanel: Software → PHP-Version auswählen
  • Bei anderen Hostern: Hosting-Panel oder Support kontaktieren

Nach der Änderung: Cache leeren und testen.

Schritt 7: WordPress Core neu installieren

Wenn nichts hilft, können beschädigte Core-Dateien schuld sein.

  1. Lade die aktuelle WordPress-Version von wordpress.org herunter
  2. Entpacke das Archiv lokal
  3. Lösche aus dem Archiv: wp-content Ordner und wp-config.php
  4. Lade die restlichen Dateien per FTP hoch und überschreibe die vorhandenen

Deine Inhalte, Themes und Plugins bleiben erhalten (die liegen in wp-content).

Schritt 8: Datenbank reparieren

Seltener, aber möglich: Die Datenbank ist beschädigt.

WordPress-eigene Reparatur aktivieren:

Füge in wp-config.php hinzu:

define( 'WP_ALLOW_REPAIR', true );

Dann rufe auf: https://deine-website.de/wp-admin/msdropdown/repair.php

Wichtig: Zeile nach der Reparatur wieder entfernen!

Per phpMyAdmin:

  1. Öffne phpMyAdmin
  2. Wähle deine WordPress-Datenbank
  3. Alle Tabellen markieren
  4. Aktion: "Reparieren"

Wann du professionelle Hilfe brauchst

Der WSOD kann auch durch einen Hack verursacht werden. Anzeichen dafür:

  • Unbekannte Dateien im WordPress-Verzeichnis
  • Verdächtige Code-Snippets in theme-/plugin-Dateien
  • Die Probleme kommen nach Behebung wieder

In diesem Fall ist professionelle Hilfe nötig. Wir bieten WordPress Notfall-Hilfe mit schneller Bereinigung und forensischer Analyse.


Vorsorge: WSOD vermeiden

Der beste WSOD ist der, der nicht passiert:

  1. Regelmäßige Backups – Damit du im Notfall schnell wiederherstellen kannst
  2. Updates testen – Erst auf einer Staging-Umgebung
  3. Qualitäts-Plugins – Keine nulled Themes/Plugins, nur vertrauenswürdige Quellen
  4. PHP aktuell halten – Aber kompatibel mit deinen Plugins
  5. Monitoring – Probleme erkennen, bevor Besucher sie bemerken

Mit einem WordPress Wartungsvertrag kümmern wir uns um all das – damit du dich nicht selbst mit dem White Screen of Death herumschlagen musst.


Checkliste: WSOD Troubleshooting

  • [ ] Debug-Modus aktivieren
  • [ ] Fehlermeldung lesen und verstehen
  • [ ] Alle Plugins deaktivieren
  • [ ] Standard-Theme aktivieren
  • [ ] PHP-Speicherlimit erhöhen
  • [ ] .htaccess zurücksetzen
  • [ ] PHP-Version prüfen
  • [ ] WordPress Core neu installieren
  • [ ] Datenbank reparieren
  • [ ] Auf Hack-Anzeichen prüfen

Du kommst nicht weiter oder hast keine Zeit für Troubleshooting? Kontaktiere uns – wir helfen schnell und unkompliziert.